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Schützengesellschaft Uffing a. Staffelsee gegr. 1878

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Schützengesellschaft Uffing a. Staffelsee gegr. 1878

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Chronik der Schützengesellschaft Uffing a. Staffelsee.

Quellennachweis: Jakob Scheck, Horst Falkenhahn

Der Beginn des Schießbetriebes bei den Uffinger Schützen lässt sich zwar heute nicht mehr genau ermitteln, doch darf der mündlichen Überlieferung nach angenommen werden, dass im Jahre 1878 der in Uffing tätige Lehrer Glas, der Drechslermeister Andreas Wirth und Herr Josef Schmid mit noch weiteren Uffinger Bürgern den Zimmerstutzen-Schützenverein, genannt die „Gesellschaft“, gründen. Das Gasthaus „Alter Wirt“ (Georg Landes) fungiert fortan als Vereinslokal.

Dreizehn Jahre später, 1891, wird dann auch noch ein zweiter Schützenverein, die „ Schützenlust“, ins Leben gerufen. Sein Vereinslokal wird der Gasthaus „Post“.

Während die „Gesellschaft“ eher als Verein der „Honoratioren“ gilt, ist die „Schützenlust“ offensichtlich der Verein des „einfacheren Volkes“. Zu erwähnen ist, dass sich die „Schützenlust“ in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts auch mit der Aufführung erfolgreicher Theaterstücke einen Namen macht.

Geschossen wird bei beiden Vereinen immer im Winterhalbjahr. Aufgrund der Wirren des 1. Weltkrieges ruht vom März 1914 bis zum 16. November 1919 der Schießbetrieb bei der „Schützenlust“, der Zimmerstutzen-Schützenverein beginnt sogar erst wieder am 16. Dezember 1922 mit den Vortelschießen.

Von 1929 an beraten die Ausschussmitglieder beider Vereine über eine Zusammenlegung der beiden Gesellschaften, was aber zunächst am Widerstand der „Schützenlust“ scheitert. Am 22. Januar 1937 ist es dann aber so weit, die beiden Uffinger Schützenvereine schließen sich zusammen und treten fortan unter dem neuen Namen „Schützengesellschaft Uffing, gegr. 1878“ auf. Erster Schützenmeister wird Sepp Stöhr. Im Fusionsvertrag wird unter anderem vereinbart, den Schießbetrieb im jährlichen Wechsel zwischen den Gasthäusern „Alter Wirt“ und „ Zur Post“ durchzuführen. Dies bleibt so bis Anfang der 70er Jahre.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 kommt das Vereinsleben erneut zum Erliegen und erst am 17. November 1951 kann die Schützengesellschaft, nach Überwindung vieler Schwierigkeiten während der Besatzungszeit, wieder neu ins Leben gerufen werden. Dabei ist es einer beherzten Uffinger Familie zu verdanken, dass der Vereinsstutzen, entgegen den herrschenden Gesetzen, vor der Zerstörung gerettet werden konnte.

Nach der Wiedergründung 1951 geht es mit der Schützengesellschaft steil bergauf. Dabei fällt auf, dass der Zimmerstutzen mehr und mehr vom Luftgewehr verdrängt wird. Neben den zunächst noch geltenden gesetzlichen Einschränkungen, ist hierfür auch die wesentlich billigere Luftgewehrmunition verantwortlich.

1953 kann das 75-jährige Gründungsfest gefeiert werden. Der große Erfolg des dabei stattfindenden Preisschießens mit 98 Schützen ermutigt das Schützenmeisteramt, auch gleich für eine Schützenfahne zu sammeln. Am 16. Mai 1954 wird die neue, in Handarbeit gefertigte Fahne bei einem feierlichen Feldgottesdienst eingeweiht. Im gleichen Jahr erhält die Schützengesellschaft auch wieder eine Schützenkette, die von Mitgliedern und Uffinger Bürgern gestiftet wird. 1956 kommt dann die Königskette für die Jungschützen hinzu und 1967 wird mit Rosmarie Stückl erstmals eine Jungschützenkönigin gefeiert. In der Schützenklasse gelingt dieses Kunststück erst 11 Jahre später; Sigrid Huber wird 1978 zur ersten Schützenkönigin der SG Uffing gekürt.

Anfang der Siebziger Jahre findet der Schießbetrieb nur noch im Gasthof „Alter Wirt“ statt. Allerdings müssen die handbetriebenen Scheibenzuganlagen und die Kugelfänge im „Trachtenzimmer“ immer erst auf- und am Ende wieder abgebaut werden.

Nach dem Beschluss des Schützenmeisteramtes und des Vereinsausschusses, ein einheitliches Schützengewand anzuschaffen, treten die Schützen bei der Fronleichnamsprozession 1976 erstmals öffentlich in ihrem neuen „Gwand“ auf. Die Schützendamen tragen ein schmuckes einheitliches Dirndel, die Männer eine braune Joppe im Trachtenschnitt und dazu einen schwarzen Stopselhut mit doppeltem Spielhahnstoß.

Am 29. und 30. Juli 1978 feiert der Verein das 100-jährige Gründungsfest. Bei herrlichem Wetter versammeln sich am 30. Juli die 29 Gastvereine und alle Uffinger Ortsvereine zum Festzug und verleben hinterher auf der Straße und im Biergarten beim „Alten Wirt“ noch einige gesellige Stunden. Seit diesem Jahr beteiligt sich auch eine Rundenwettkampfmannschaft an den alljährlichen sportlichen Vergleichs-schießen im Schützengau Weilheim.

1980 kann der Verein nach dem positiven Abschluss der Verhandlungen mit dem damaligen Eigentümer der „Postwirtschaft“, Manfred Kindsmüller, und nach vielen freiwilligen Arbeitseinsätzen im ersten Stock der „Post“ das Schützenstüberl und den neuen Schießstand mit elektrischen Scheibenzuganlagen und 7 Ständen in Betrieb nehmen. Ab sofort muss der Schießstand nur noch ausnahmsweise abgebaut werden; die Schützen haben eine neue Heimat gefunden! Die Anzahl der Teilnehmer an den freitäglichen Schießabenden nimmt rapide zu und auch das Interesse der Jugendlichen ist gewaltig. 1980 wird außerdem ein regelmäßiges Jugendtraining eingeführt, es findet während der gesamten Schießsaison 1 x pro Woche, zunächst Mittwochs im Verlauf der Jahre dann Freitags statt. Die Schießabende werden durch Musik- und Gesangseinlagen der aktiven Schützen bereichert und nicht selten wird bis spät in die Nacht hinein zusammengesessen.

1982 findet erstmals der Schützendreikampf statt, in den Disziplinen Kegeln, Eisstockschießen und Schießen wird in Einzel- und Mannschaftswertung um den Sieg gekämpft.

Da immer weniger Gäste den alljährlichen Schützenball besuchen, wird er 1982 letztmalig durchgeführt.

Ab Mitte der 80-ziger Jahre veranstalten die SG Uffing und der Eisstockclub Uffing in den Sommermonaten eine Gästemehrkampf, bestehend aus Luftgewehrschießen und Eisstockzielschießen.

Nachdem auch der Ball des Trachtenvereins im Laufe der Jahre unter anhaltendem Gästeschwund leidet, vereinbaren die beiden Traditionsvereine, einen gemeinsamen Trachten- und Schützenball auszurichten. Dieser findet erstmals 1989 im Gasthof „Zur Post“ statt.

1990 erwirbt der Verein die erste elektronische Ringauswertemaschine. Jeder Schütze erhält jetzt unmittelbar nach Beendigung seiner Schießübung sein absolut neutrales Schießergebnis. Die Zeiten in denen leidenschaftlich über den zu strengen oder zu großzügigen Auswerter diskutiert wurde, sind endgültig vorbei.

1991 jährt sich die Gründung des Schützenvereins „Schützenlust“ zum einhundertsten Mal und seit der Wiedergründung der Schützengesellschaft nach dem 2. Weltkrieg sind 40 Jahre vergangen. Aus diesen Gründen führt die Schützengesellschaft Uffing im November ein großes Dorfschießen durch. 56 Mannschaften folgen der Einladung und die 224 Teilnehmer treffen das Ziel mit mehr oder weniger Erfolg.

Nachdem die Gewänder der Schützinnen etwas in die Jahre gekommen sind, werden ab 1996 neue Dirndl angeschafft; auch bei den Männern tut sich was, immer mehr tauschen das kleine Dreieckstuch gegen ein großes Seidenkrawattentuch aus.

Im Jahre 1998 wird die SG Uffing 120 Jahre alt. Deshalb findet im Oktober erneut ein Dorfschießen statt, an dem sich diesmal 46 Mannschaften mit 184 Schützinnen und Schützen beteiligen. Im gleichen Jahr wird das Eintrittsalter für Mitglieder in der Jahresversammlung auf 12 Jahre (vorher 14 Jahre) festgelegt. Ebenfalls 1998 kauft der Verein eine neue Auswertemaschine, mit der Ringe und Teiler von Luftgewehr- und Luftpistolenschützen ermittelt werden können.

In der Schießsaison 1998/1999 wird erstmals auch die Disziplin „Luftpistole“ angeboten. Neben den Neueinsteigern sind es auch einige Luftgewehrschützen, die hoffen, mit dem Wechsel des Sportgerätes eventuell mehr Erfolgserlebnisse zu bekommen. Das Engagement ist groß und im Jahre 2000 entsteht eine eigene Rundenwettkampfmannschaft.

Ebenfalls im Jahre 2000 findet im Heimatmuseum Uffing eine große Schützen-scheibenausstellung statt, zu der die SG Uffing viele ihrer Scheiben zur Verfügung stellt.

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2002 beginnt die Euro-Zeit. So beträgt ab 01. Januar das Startgeld in der Schützenklasse 1,50 €, bei den Jungschützen 1,00 € und für den Streifen Nachkauf (10 Schuss) werden 25 Cent verlangt. Der Jahresbeitrag in der Schützenklasse beläuft sich auf 10,00 €.

Mitten in den Vorbereitungen zum 125-jährigen Vereinsjubiläum ereignet sich am 12. August 2003 ein folgenschweres Brandunglück im Gasthof „Zur Post“. In den frühen Morgenstunden brennt der gesamte Dachstuhl inklusive Obergeschoss lichterloh und nur durch viel Glück kann ein Personenschaden verhindert werden. Dank des unerschrockenen Einsatzes u.a. der Schützenmitglieder Evi und Manfred Turba, Michael Schmid und Leonard Resch können zumindest Scheibenzuganlage, Gewehre, Schützenscheiben und viele andere wichtige Ausstattungsgegenstände gerettet werden. Aber durch den Brand und die Löscharbeiten wird das Gebäude derart stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss. Die Schützengesellschaft Uffing ist heimatlos!

Einige benachbarte Schützenvereine bieten spontan ihre Hilfe an und so beginnt für die Mitglieder der SG Uffing mit der Saison 2003/2004 ein 3 Jahre währendes Provisorium. 14-tägig finden die Vortelschießen in den Räumen der Schöffauer Schützen statt. Auch das Königsschießen erfolgt in Schöffau. Die Pistolenschützen halten ihre „Heim-Rundenwettkämpfe“ in Seehausen ab und die Gewehrschützen schießen nur noch bei ihren gegnerischen Mannschaften. Damit der Schützen-dreikampf weiter abgehalten werden kann, helfen die Hechendorfer Schützen aus.

Trotz dieser großzügigen Unterstützung durch die Nachbarn kommt das Vereinsleben aus dem Tritt. Viele Vereinsmitglieder scheuen die im Winter nicht ungefährliche Anfahrt nach Schöffau und auch die Jugendausbildung stagniert. Die durchschnittliche Beteiligung an den angebotenen Schießveranstaltungen sinkt um mehr als die Hälfte!

Am 02.12.2006 hat das Warten ein Ende; der neu erbaute Gasthof „Zur Post“ wird inklusive des Schießstandes feierlich eingeweiht. 8 Stände und das großzügige Schützenstüberl warten im 1. Obergeschoss auf ihre Nutzung.

Am 15.12.06 findet mit dem traditionellen Nikolausschießen der erste Wettkampf in den neuen Räumen statt und am 27.04.2007 veranstaltet die Schützengesellschaft Uffing ein Freundschaftsschießen mit dem SV St. Hubertus Hechendorf, der SG Schöffau und der SG Seehausen.

Stand: 30.04.2007

Horst Falkenhahn

Quellennachweis: